2009-12-02

Ganz zum Schluss

Von ar @ 02:32 [ Alltag ]
noch die neue Adresse:

http://canadaeinfach.blogspot.com/

Auf Wiederlesen!

Geschafft...

Von ar @ 02:30 [ Alltag ]
... ist der Umzug von Blueblog zu Blogspot. Leider konnte ich die alten Beiträge und Fotos nicht mitnehmen, aber ich habe noch ein paar Wochen Zeit, dafür eine Lösung zu finden, gesichert auf meinem Computer sind sie jedenfalls.

Ich bin froh, dass unsere Freunde, Verwandten und Bekannten - sowie alle interessierten Blogger - weiterhin nachlesen können, was bei uns läuft. Nun liegt es also an mir, auch wieder regelmässig zu berichten.

Der erste Advent hat uns Schnee gebracht. Nicht viel, aber der weisse "Landschaftsüberzug" macht die Welt gleich viel heller. Heute hat sogar ab und zu die Sonne durchgeblinzelt und alles glitzerte und funkelte. Der See ist noch überhaupt nicht gefroren. Wenn man denkt, dass in ein paar Wochen wieder die Snowmobiler darüberjagen - man glaubt es kaum.

Den ganzen Tag über war ich beschäftigt, den Windschutz am neuen Vorbau weihnächtlich zu schmücken. Das braucht eine Menge Kugeln und ich bin noch lange nicht fertig. Der Wind- und Schneeschutz besteht aus Tannenbäumen und Aesten, die ich in Kübel mit Sand gesteckt habe. Der kommende Winter wird zeigen, ob dies genügt, oder ob wir im nächsten Jahr eine bessere Lösung finden müssen. Die Vögel scheinen an unserem neuen "Wald" grosse Freude zu haben und da wir ein ganzes Futterhäuschendorf aufgebaut haben, wird es uns an fliegenden Besuchern nicht fehlen.

Ansonsten können wir es immer noch gemütlich nehmen, Dinge aufarbeiten und die frei einteilbare Zeit geniessen...

Eingang

2009-11-20

Unser Bootshaus

Von ar @ 04:41 [ Alltag ]
Nach zehn Jahren haben wir es endlich geschafft, unser Bootshaus zu organisieren. Von unseren Vorgängern war das Gebäude vollgestopft mit alten Möbeln, Fernsehern, irgendwelchen Ersatzteilen zu irgendwelchen Maschinen, alten Schwimmwesten, Rudern, Paddeln etc. Natürlich haben wir im Winter jeweils auch unsere Bootsmotoren darin aufbewahrt, aber das war schon alles. Mehr Platz war nicht vorhanden.

Dieses Chrüsimüsi hat im letzten Jahr eine Waschbärin als Zuhause für ihre Jungen ausgesucht und entsprechend "gemütlich" hat es ausgesehen (und gerochen). Nicht zuletzt fanden auch die Eichhörnchen dieses Gebäude ideal für ihre Wintervorräte.

Wir haben also erstmal alles ausgeräumt...

ausgeraeumtes Bootshaus

...sortiert und das meiste weggeschmissen, verbrannt, recycelt oder auf den Altmetallhaufen entsorgt. Zum Vorschein kam ein geniales Gebäude mit viel Platz. Bevor wir jedoch allzu viel einräumen, müssen wir im nächsten Jahr erst alle Löcher verschliessen, damit Eichhörnchen, Waschbären und Konsorte ausgesperrt bleiben.

aufgeraeumtes Bootshaus

Diese Aktion war eigentlich gar nicht geplant. Umso mehr freut uns das Ergebnis.

2009-11-15

Tortenversuch und Rehjagd

Von ar @ 02:17 [ Alltag ]
Endlich habe ich mich letzten Donnerstag daran gewagt, eine Schwarzwäldertorte zu backen. Das Rezept dazu habe ich schon im letzten Jahr von Brigitte erhalten. Nun ist es also geschehen, ich habe eine Geburtstagstorte gebacken. Ein einziges Mal musste ich Brigitte anrufen, als ich nicht mehr genau weiter wusste (meine Notizen waren doch nicht klar genug), aber jetzt weiss ich wie es geht.

Schwarzwaeldertorte

Beim nächsten Mal muss ich noch mehr Kirsch nehmen, das jedenfalls fanden Marcel und der Teilzeitnachbar, der auch wieder im Land ist. Mitgeholfen beim Essen der Torte haben auch die Rehjäger, die bereits zum neunten Jahr hier sind. Die Gruppe wird immer grösser und für nächstes Jahr wollen noch drei bis vier zusätzliche Familienmitglieder kommen. Uns soll's recht sein, wir haben immer viel Spass zusammen.

Deerhunters

Heute (Samstag) sind die Jäger abgereist. Dagelassen haben sie dieses Deer, das wir uns mit dem Teilzeitnachbarn teilen, so war der Deal...

Deer

Ich werde mich nun ans Abspeichern meiner Blogdaten machen, denn auch mein Blog wird umziehen müssen, da Bluewin die Blueblogs einstellt. Wo mein neuer Blog hinzieht weiss ich noch nicht, aber ich werde es rechtzeitig mitteilen....

2009-10-31

Passend zur Saison

Von ar @ 23:45 [ Alltag ]
Finnenkerze

Zum Saisonende Mitte Oktober haben wir eine Finnenkerze vor der Lodge angezündet. Mir gefällt diese Art Feuer zu machen und wir haben einmal mehr ein paar Leute beeindruckt damit. Diese beiden Camper haben so etwas noch nie gesehen und die ganzen drei Stunden interessiert zugeschaut, wie sich die Flammen über's Holz hergemacht haben.

Finnenkerze am Anfang

Zum Glück haben wir noch viele Baumstämme, die zu Finnenkerzen geschnitten werden können.

Was sonst noch passiert ist

Von ar @ 20:37 [ Alltag ]
Neues Boy-Toy

In den letzten Jahren hat Marcel Stunden damit verbracht, unsere Sandstrassen in Schuss zu halten. Vor allem nach intensivem Regen und wenn wir viele ATVs im Camp haben, gibt es viel zu reparieren. Der Regen schwemmt oft die Wege aus, der Sand wird einfach davon gewaschen. Die Pneus der ATVs sind in der letzten Zeit viel aggressiver geworden, d.h. die Profile sind oft so tief, dass der Sand auf den Strassen zu stark gelockert und beim kleinsten Regen weggespült wird. Eine dicke Kiesschicht wäre eine Lösung, aber wir haben schnell herausgefunden, dass sie erstens sehr teuer und zweitens nicht von langer Dauer wäre. Der Kies versinkt mit der Zeit einfach im Sand und die Arbeit beginnt von Neuem.

Nun haben wir durch Zufall eine andere Lösung gefunden. Im letzten Sommer wurden nämlich die elektrischen Leitungen herausgeputzt, wodurch wir weniger Stromausfälle durch umgefallene Bäume und herabfallende Aeste haben soll(t)en. Eine Crew der Hydrogesellschaft war hier und hat kranke und alte Bäume sowie viel Buschwerk von den Leitungen entfernt.

Hydrocrew

Die Baumstämme wurden sofort entastet und netterweise in ofengerechte Stücke geschnitten. Für die Aeste wurde ein Häcksler gebracht, um sie an Ort und Stelle zu zerschreddern. Das Beste daran, auf unseren Wunsch wurde das ganze Material aus der Umgebung bei uns abgeladen und wir haben es beim Log-Cottage und auf dem Parkplatz verteilt. Wir wollten sehen, ob dadurch die Erosion verhindert werden konnte. Und es hat funktioniert. Allerdings müssen alle unsere Gäste, und hier vor allem jene mit ATVs, eine Geschwindigkeit von maximal 10 km/h einhalten, damit nicht das ganze Gehäcksel wieder aufgewühlt wird. Der Regen schwemmt jetzt tatsächlich viel weniger Sand weg.

Somit stand für uns fest: Wir brauchen einen Häcksler. Das Internet wurde zu Hilfe genommen und bald hat sich herausgestellt, für uns kommt nur ein Produkt "made in USA" oder noch besser "made in Canada" in Frage. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah'. Es gibt in Südontario eine Firma, die sehr gute Häcksler herstellt, produziert von den Mennoniten in der Nähe von St. Jacobs (das schon sehr lange auf meiner "zu besuchen"-Liste steht, aber das ist ein anderes Kapitel....). Unser Traktorenvertreter ist auch für den Verkauf dieser "Wallenstein"-Produkte zuständig. Marcel unternahm also wieder mal einen Ausflug, zusammen mit unserem Freizeitnachbarn, der auch Kunde beim Traktorenhändler ist. Sie begutachten und verhandeln und bestellen... nicht nur einen Häcksler, sondern auch noch einen hydraulischen Doppelachs-Trailer, der schon sehr lange auf unserer Wunschliste steht. Wenn schon, denn schon... Und hier also unsere neuen Boy-Toys, der Trailer und der Häcksler:

Doppelachs-Kipptrailer

Der Häcksler wird an die Hydraulik des Traktors angeschlossen und kann Aeste und kleine Stämme bis zu einem Durchmesser von 4 inches, 10 cm (sorry, Canada ist ja metric - theoretisch), verarbeiten. Damit es etwas einfacher geht, haben wir den Häcksler mit einem hydraulischen Einzug genommen, d.h. man muss die Aeste einfach ins Einzugsloch halten und die Maschine erledigt den Rest von selber. Ist so noch eine ziemlich anstrengende und nicht ganz ungefährliche Arbeit:

erster Haeckslerversuch

Hier noch eine andere Ansicht:

Haecksleransicht

Wegen der herumspickenden Holzstücke tragen wir Schutzhelme, die wir auch für die Holzfällerarbeiten angeschafft haben. Sicherheit ist bei diesen Arbeiten oberstes Gebot. Leider sind wir bisher noch gar nicht dazu gekommen, unsere neuen Spielzeuge auszuprobieren. Wir hoffen da noch auf einen schönen November...


Geburtstag gefeiert...

haben wir auch im September, 9/11 wie jedes Jahr. Wir haben ein paar Freunde und Helfer eingeladen und Marcel hat wieder einmal seine Wilhelm-Tell-Schürze getragen. Zum Glück wusste ich noch, wo wir sie verstaut haben. Es war ein lustiger und fröhlicher Abend:

Geburtstag feiern


Boote in den Winterschlaf versetzen

Ende September war es dann wieder Zeit, die Boote für den Winter bereitzumachen. Die Pontoonboote unserer Gäste nimmt Marcel immer über den Strand aus dem Wasser. Das geht ganz schnell und einfach:

Trailer ins Wasser, mit dem Boot drauffahren, Kurbel drehen und alles aus dem Wasser fahren:

Pontoontrailer anvisieren

raus aus dem Wasser

Das Boot steht nun mit einer Blache abgedeckt hinter unserem Workshop und wartet auf den Frühling.


Bäume pflanzen

Ich habe von unserem Indianer an der Strasse wieder einmal kleine Pines (Föhren) erhalten, die ich noch vor dem Winter einpflanzen wollte. Anfangs Oktober war es dann höchste Eisenbahn und ich habe mich mit Spezialschaufel bewaffnet ans Einpflanzen der ca. 130 Bäumchen gemacht:

neue Baeume pflanzen

Die Föhren sind vorgezogen und ca. bereits 2 Jahre alt. Mit einer Spezialschaufel öffnet man ein kleines Loch, worin man die Pines steckt. Diese Methode wird für's Aufforsten benutzt, nachdem die Logger ihre Arbeit getan haben. Andy (ein Native) ist für diese Arbeit verantwortlich und hat immer eine Gruppe junger Leute, die für ihn arbeitet. Er gibt mir diese Bäume jeweils mit der Begründung, dass es keine Rolle spiele, wo sie gepflanzt werden, Hauptsache sei, dass sie gepflanzt werden...

junge Foehren


Bauprojekte

Von ar @ 16:45 [ Bauen ]
Ueber den Garagenanbau habe ich bereits im August berichtet. Nun gibt es noch mehr Bilder davon. Der Anbau ist wirklich praktisch. Viel altes Material wurde dafür verwendet, die alten Dachbleche, das alte Garagentor von der Werkstatt (dort wurde ein neues Tor eingebaut), zwei alte Fenster von einer Truckcap und drinnen am Boden Gartenplatten. Uebrigens stehen im Anbau noch nicht die Rasenmäher und Gartengeräte wie ursprünglich geplant, sondern elf brandneue Fenster, die im nächsten April in der Lodge und unserer Wohnung eingebaut werden. Endlich werden wir dichte Fenster haben, durch die man auch wirklich sehen kann. Etwa die Hälfte der jetzigen Fenster ist nämlich praktisch blind und zwischen den Scheiben sammelt sich bei jedem Wetterwechsel das Kondenswasser...

Werkstattanbau

Hier der fertige Anbau. Bei der Dachspitze sieht man übrigens das brandneue "Chämi". Es wurde neu dort installiert, weil die Kamine am alten Ort immer wieder von den Schneemassen beschädigt wurden. Nun muss nur noch der Holzofen in der Werkstatt entsprechend verschoben und an den Kamin angeschlossen werden. Auch noch ein Projekt, bevor es wirklich kalt wird...

fertiger Werkstattanbau

Das rote Ding links ist der neue Schredder. Darüber berichte ich später, erst will ich noch ein weiteres Bauprojekt vorstellen:

Der neue Vorbau beim Restauranteingang...

Schon letztes Jahr wollten wir eigentlich mit dem neuen Dach die Vorbauten neu aufbauen, aber mit den vielen Verzögerungen mussten wir das auf diesen Sommer verschieben. So machten sich also Marcel und Georg im September daran, den alten Vorbau abzubrechen. Die Lodge sah sofort viel freundlicher aus...

Lodge ohne Vorbau

Nun ging es an die Konstruktion des neuen Eingangs, für Hobby-Zimmerleute gar nicht so einfach. Da wurde eine Zeichnung gemacht, gemessen, gesägt, eingepasst, rauf und runter von der Leiter, dicke Balken stemmen etc.

Konstruktion neuer Eingang

Und da es geregnet hat, haben sie ein Schutzdach installiert. Wie man am Rauch beim Kamin sieht, haben wir bereits geheizt:

Schutzdach Bau neuer Eingang

Der (fast) fertige Eingang. Es fehlen noch die grünen Schutzbleche und der Schutzlack. Auch müssen wir uns für den Winter einen Wind- und Schneeschutz einfallen lassen, aber ich habe da schon eine Idee.

fast fertiger Eingang


Keine Minute....

Von ar @ 15:00 [ Alltag ]
länger sollte ich warten mit meinem neuen Eintrag, denn sonst schaffe ich es zum ersten Mal seit Beginn dieses Blogs nicht, wenigstens EINEN Eintrag pro Monat zu schreiben. Immer wieder habe ich es hinausgeschoben, dabei sind schon ganz viele Bilder bereit für meinen Bericht, was in den vergangenen Wochen hier so geschehen ist.

Erst mal habe ich eine gute Ausrede: Wir waren beide krank, irgendeine Erkältung, Grippe oder so was ähnliches. Jedenfalls husten wir um die Wette und übertönen sogar Rex's lautestes Bellen, und das will was heissen! Der Husten will einfach nicht verschwinden trotz Tee, Wickel, Wärme, Ruhe etc. Zum Glück ist das Camp seit dem 15. Oktober geschlossen und wir können uns fast alle Zeit zum gesund-werden nehmen. Da es draussen mehrheitlich trübe und regnerisch ist, geniessen wir diese Tage im Haus. Am 7. November kommen dann wieder die Jäger für eine Woche und bis dahin müssen wir fit sein. Diesmal sind es sieben Leute, die am Abend bekocht werden wollen. Wir freuen uns auf die Familie, denn wir kennen sie nun schon seit neun Jahren und es kommen immer mehr Familienmitglieder. Inzwischen sind es schon drei Generationen.

Dass draussen momentan viel Arbeit liegenbleibt, lässt sich nicht vermeiden. Aber wir müssen uns doch bald dazu aufraffen, alles für den Winter vorzubereiten. Den ersten Schnee haben wir schon gehabt. Der Holzschopf muss noch fertig gefüllt werden. Wir heizen schon eine ganze Weile und wenn der kommende Winter so kalt und lange wird wie der letzte, brauchen wir unbedingt noch mehr geschnittenes Holz (Stämme liegen genug herum). Viele Dinge vom Sommer müssen noch weggeräumt werden, Rasenmäher, Gartentische und -Stühle, Gartengeräte, Abfalltonnen und unsere Velos. Jedes Jahr versorgen wir die Sachen im Gazebo, einem sechseckigen Gebäude mit Fliegengitter, das im Sommer von den Campern genutzt wird. Da drin fanden schon Geburtstagsfeiern, Familientreffen, Hochzeiten, Grillfeste, Spielnachmittage und goldene Hochzeitsfeiern statt. Meistens wird das Gebäude jedoch von den Jugendlichen genutzt. Im Winter ist es ideal für das Unterbringen der Gegenstände, die nicht im Regen und Schnee stehen sollten.

Gazebo


Heute ist Halloween. Und auf dem Weg zum Gazebo fotografieren sah ich dieses Albino-Ahornblatt. Es ist tatsächlich so weiss und mein Beitrag für diesen Tag... Booooh!

Halloween

2009-09-03

Auszeit

Von ar @ 01:58 [ Alltag ]
Am Montag haben wir es wahr gemacht und uns einen Tag weg vom Camp und von allen Verpflichtungen gegönnt. Schon lange, genauer gesagt, im letzten Winter, haben uns ein saisonaler Camper und seine Frau zu überzeugen versucht, dass wir diesen Sommer dringend einen Tag frei nehmen sollten. Sie haben gesehen, dass uns manchmal die Decke auf den Kopf fällt, wenn wir wochen- und monatelang nicht weg vom Camp kommen. Ihr Argument: Es müsste doch möglich sein, dass wir das Camp einen oder zwei Tage allein liessen, vielleicht unter der Aufsicht von Brigitte und Georg, denn sie wollten uns für einen Tag auf eine Bootsfahrt auf dem Trent Kanal einladen. Der Trent Kanal ist über 400 km lang und erstreckt sich vom Lake Ontario bis zur Georgian Bay. Es ist der gleiche Kanal, an dem auch unsere Freunde wohnen, die wir ab und zu im Herbst oder Frühling besuchen. Wir waren allerdings ans andere Ende des Kanals eingeladen, etwa 250 km südlich von North Bay.

Vor etwa drei Wochen sah ich, dass Ende August / anfangs September keine Buchungen für den Campingplatz eingegangen und auch die Cottages leer sind. Erst am Nachmittag vom 1. September erwarten wir wieder Gäste. Genug Zeit, um am Montagmorgen sehr, sehr früh Richtung Süden zu fahren und dann am Dienstagmorgen wieder zurück, um hier zu sein, wenn die Gäste kommen.

Gesagt, getan, der Termin passte auch für B&P, sie hatten sowieso gerade Ferien. Wir sind also um 4 Uhr früh aufgestanden, haben ein paar Dinge für die Nacht gepackt sowie Rex' Futter und Decke und ab auf die Strasse. Kaffee und Croissants holten wir uns bei Tim Hortons in North Bay und nahmen den 270 km langen Weg unter die Räder. Es war ein sehr kalter und klarer Morgen. 3 Grad meldete das Thermometer am Truck, und das am letzten Tag vom August! Nebelschwaden erschwerten teilweise die Sicht, aber als die Sonne aufging, war's umso schöner.

Pünktlich um 9.00 Uhr erreichten wir den Lake Simcoe, wo das Boot stationiert ist und B&P uns bereits erwarteten. Wir hatten genügend warme Kleider mit, denn auf dem See war es ziemlich frisch. Uns wurde die Route erklärt, wir werden durch zwei Schleusen Richtung Georgian Bay fahren, die dritte Schleuse besichtigen (the big Chute), Lunch auf dem Boot essen und uns dann wieder auf den Rückweg machen. Uns war alles recht, denn für einmal hiess es: Stillsitzen und Nichtstun, ausser vielleicht bei den Schleusen mal ein Seil halten oder so.


zwei Geniesser

Da sassen wir nun, liessen die wunderbare Landschaft an uns vorbeiziehen, bestaunten die schönen und teilweise auch geschmacklosen Häuser und Cottages entlang dem Kanal. Alte Eisenbahnbrücken, drehbare Strassenbrücken, beeindruckende Resorts, einen grässlich engen Campingplatz, alles wurde begutachtet und kommentiert. Die Schleusen haben schon einige Jahre auf dem Buckel (oder zwischen den Toren), funktionieren aber tip-top. Verkehr hatte es nicht viel, denn erstens sind teilweise die Sommerferien schon vorbei und zweitens war es wirklich noch sehr kalt am Morgen. Hier ein paar Eindrücke:

Unser Boot:

unser Boot


Detail an der Eisenbahnbrücke, die schon einige Jahrzehnte alt ist. Für hohe Boote kann die Brücke weg gedreht werden. Wir waren niedrig genug, um unten durchzufahren. Das Boot hinter uns musste erst einen Zug durchlassen, bis die Brücke für sie geöffnet werden konnte:

Detail drehbare Bruecke


Die erste Schleuse:

beeindruckende Schleusen


Mein Lieblingshaus am Kanal, auf dem Rückweg sassen auf den zwei roten Muskokastühlen zwei Personen bei einem Glas Wein. Sie sahen sehr zufrieden aus, denn sie haben sich hier wohl einen Traum erfüllen können:

Lieblingshaus


Gefangen zwischen den Schleusentoren:

Schleusentore


Nochmals unser Boot:

tolles Boot


Dann näherten wir uns langsam der dritten Schleuse, ein technisches Wunderwerk und schon sehr alt. Die Boote fahren im Wasser auf eine Plattform, werden mit Gurten festgemacht und die ganze Plattform wird von Stahlseilen auf Gleisen den Berg hochgezogen oder runtergefahren. Ein kurioses Unikum, der Antrieb made in Germany. Man beachte auf der Bank, unten neben den Gleisen, sitzt Marcel mit Rex.

the big Chute


Wir staunten nur noch und erinnerten uns an das Badewannensystem, das wir vor 19 Jahren im Elsass erlebten. Damals fuhr das ganze Schiff in eine Art Badewanne, die ebenfalls mit Seilen den Berg hochgezogen wurde. Auf diese Weise lassen sich viele Meter Höhenunterschied überwinden:

beeindruckende Konstruktion


Nach diesem kleinen Aufenthalt mit Lunch, machten wir uns schleunigst auf den Rückweg, denn um 19.00 Uhr mussten wir die letzte Schleuse passiert haben. Natürlich schafften wir es und waren um 20.00 Uhr wieder im heimischen Hafen. Dort endlich durften wir uns ein Glas Wein genehmigen, denn Alkohol ist für Fahrer und Passagiere auf allen Booten strengstens untersagt. Den Abend liessen wir beim Italiener bei Pasta Spezialitäten und Merlot ausklingen.

Die Nacht verbrachten wir bei B&P und verabschiedeten uns nach einem ausgiebigen Frühstück um 9.00 Uhr, um uns auf den Rückweg zu machen.

Eigentlich wollten wir in Huntsville (etwa 100 km vor North Bay) noch einen Grosseinkauf bei einem Grossisten machen, aber wir standen vor einem verschlossenen Gebäude. Ein Anruf bei der Firma bestätigte uns, dass diese Filiale seit ein paar Wochen geschlossen sei und der nächste Laden sich in Barrie befinde. Das war nur etwa 40 km südlich von dem Ort, wo wir die Nacht verbrachten... Oh well, shit happens! So fuhren wir also mit leeren Kühlboxen nach Hause, mussten dafür auch nichts auspacken und verräumen, was das Heimkommen sehr relaxed machte.

Im Camp hat sich inzwischen nicht viel ereignet. Brigitte und Georg haben allerdings ihren neuen Trailer erhalten, ein ganz tolles Stück. Marcel konnte gleich den Traktor anspannen und den Trailer an die richtige Stelle manövrieren. Nun haben sie vom "Wohn- und Esszimmer" aus direkten Blick auf den See, sehr schön.

Uns haben diese 32 Stunden weg vom Camp sehr gut getan. Wir haben einmal etwas ganz anderes von Ontario gesehen. Ja, wir werden so einen Ausflug wieder mal machen!


2009-08-30

Zwei Projekte vergessen

Von ar @ 19:04 [ Bauen ]
Gestern beim Monatsrückblick habe ich doch tatsächlich zwei wichtige Bauprojekte vergessen. Das will ich schnellstens nachholen:

Erstes Projekt: Das-immer-noch-nicht-dichte-Dach

Seit dem letzten November bereitete uns das neue Dach rund um die Lüftung grosse Sorgen. Wir waren ja bereits nach der Fertigstellung sehr skeptisch, ob es auch dicht sei. Leider haben sich die unguten Gefühle bereits beim ersten Regen bestätigt. Da es jedoch bereits Mitte November war, mussten wir bis im Frühling warten, bis wir etwas unternehmen konnten.

Wieder einmal hatten wir Glück im Unglück und einer unserer saisonalen Camper (ein ganz stilles Wasser) bot uns Hilfe an. Wir wussten zwar, dass er irgendwie im Baugewerbe tätig war, aber wir wussten nicht, dass er etliche Jahre nur Dächer installiert hat. So kam er am ersten Wochenende im August mit all seinen Werkzeugen und arbeitete den ganzen Tag an unserem Dach.

Zuerst wurde die alte Installation entfernt. Die sah so aus....:

Lueftungsabschluesse vorher

Alles wurde entfernt, auch das alte Dach, das noch darunter (!) war.

Entfernung alter Abschluesse

Dann wurde die Lüftung angehoben und neue Dachbleche genauestens eingepasst. Anschliessend kamen neue Abschlüsse dran, schön zurecht gebogen, wie wir uns das eigentlich von Anfang an vorgestellt haben:

genauste Anpassung

Das Ergebnis dieses Samstags kann sich sehen lassen. Herzlichen Dank dem Retter in der Not. Wir sind stolz auf das fertige und diesmal dichte Dach:

fertige Abschluesse



Zweites Projekt: Ein Anbau am Workshop - darin können künftig all unsere Boy-Toys versorgt werden, wie Bagger, Schneeschleuder(n), Holzspalter, Rotar Tiller (wie heisst das nur auf Deutsch, etwa "Gartenpflüggerät"?), aber auch Sitzrasenmäher, normale Rasenmäher, Fadenschneider, Laubblasgerät und was wir sonst noch alles haben. Dann müssen im Sommer unsere alten Schweizer Zelte nicht mehr als Unterstand dienen und in der Werkstatt gibt es endlich auch genügend Platz für verschiedene Projekte. Und hier ein paar Bilder, wie die Sache entstand. Im Moment warten wir auf die bestellten Holzplatten als Abschluss und das Garagentor. Es dauert nur noch ein paar Wochen, bis alles geliefert wird...

Anbau Beginn

Uebrigens, die Balken stammen aus der Lieferung, die wir im letzten September bei einem Freund abholen durften.

schoene Balken

Die Vorbereitungen fürs Dach:

Dachvorbereitung

Das Blechdach ist montiert. Es handelt sich dabei um die alten Dachteile der Lodge. Wir haben noch viel Verwendung für diese alten Bleche!

Werkstattanbau mit Dach

Marcel und Georg haben wirklich gute Arbeit geleistet. Bald werden wir wieder einen Schritt weiter kommen mit der Verbesserung des Camps.


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